| (Indie) Reviews | Interviews | (Indie) Games | Storytelling | Game Development |

And Then There Were None – Review

And Then There Were None oder Und dann gabs keines mehr ist der 26. Kriminalroman von Agatha Christie… aber nicht nur das.
Es handelt sich hierbei auch um einen minimalistisch anmutenden, schwierigen Platformer in einer großen zusammenhängenden Welt, mit drei verschiedenen Endings, 5 Schwierigkeitsgraden und ebenso vielen Kapiteln.
Euch erwartet ein Spiel, mit einem – in seiner Form eher einzigartiger 2-Farb – Pixelart Stil, mit wenig Details, aber trotzdem zweckmäßig.
Der Autor respektive Entwickler beschreibt sein Spiel folgendermaßen:
In this game you can’t win or lose. You only can view the lifestory from the beginning to the end.
Was soviel heißt, dass man in And Then There Were None weder „Gewinnen“ noch „Verlieren“ kann. Man ist vielmehr der Begleiter der Lebensgeschichte eines Mannes, dessen Ende man nicht in der Lage ist abzuändern. Okay, stimmt natürlich nicht ganz, schließlich gäbe es sonst keine drei verschiedene Endings, aber unrecht hat SaintHeiser mit dieser Beschreibung aber auch nicht. ;)

…eine Stimme erklang… und der Donner brauste… und dann gab es nichts mehr…

Der Spieler übernimmt in AND THEN THERE WERE NONE die Rolle eines Mannes, der einer mysteriösen Stimme aus der Ferne folgt und dessen Leben fortan einige entscheidende Wendung unterläuft.
Am Anfang wird der Spieler in die Steuerung eingeweiht, die einfach ist und auch erst, nachdem das Spiel einem davon erzählt hat, die einzelnen Fähigkeiten freischaltet.
Dabei durchqueren wir in typischer Platformer Manier eine Welt nach den Standard Design Richtlinien:
von links nach rechts und von unten nach oben, achten darauf nicht in unendliche Löcher zu fallen, von Stacheln aufgespießt oder von Stalaktiten erschlagen zu werden.
Dann und wann wird die normale Konvention durchbrochen und kleine Adventure ähnliche Elemente, wie Backtracing eingebaut.
Denn im Laufe des Spieles sammelt der unbenannte Held 5 Gegenstände, die sein Leben erleichtern und zuvor unerreichbare Orte freigeben. Natürlich nimmt das Erkunden durch neue Gegenstände nie und Nimmer Ausmaße eines Castlevania oder Metroids an, doch ich denke, dass erwartet auch niemand.Abhängig vom gewähltem Schwierigkeitsgrad werdet ihr an sinnvoll platzierten Punkten auf Herzen stoßen, die ihr im Spielverlauf durch die Berührung mit Gegnern oder der vorher erwähnten spitzen Umgebung verloren haben könntet.
 

Aber Achtung: dieses Spiel ist kein Zuckerschlecken. Teilweise erwartet man von euch fies getimte Sprünge zu überstehen, schnell zu reagieren und jederzeit vorausschauend zu spielen. Dabei bieten die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade noch eine weitere Komponente, denn nur wenn man das Spiel im höchsten Schwierigkeitsgrad spielt, ist es möglich, das dritte, „wahre“ (oder zumindest alles erklärende) Ende zu sehen, was aber auch ein wenig Erkundungsgeist erfordert, sowie fehlerfreies Spielen, denn jede Berührung mit Dingen, die den Protagonisten schaden, ist hier tödlich. Die 5 Schwierigkeitsgrade sind fair gestaffelt, im Schwierigkeitsgrad Grundschule sollte es mit 8 Herzen eigentlich jeden gelingen, nach wenigen Versuchen einen neuen Checkpoint (von denen es ebenfalls 5 gibt) zu erreichen, auch Leicht (5 Herzen), sowie Normal ( 3 Herzen) machen es einem nicht unnötig schwer, das Ende zu sehen, einzig Schwer ( 1 Herzen) und Hardcore ( 1 Herz und keinerlei Checkpoints, einmal Tot, immer tot und man muss von vorne beginnen, aber wie bereits gesagt, die einzige Möglichkeit das dritte Ende zu sehen) bieten eine richtige Herausforderung und eben diese empfehle ich jeden interessierten, denn die Spielzeit sollte sich auch dann nicht unbedingt auf mehr als eine Stunde ziehen. Allerdings eine Stunde, die Spaß gemacht hat und keine unnötige Streckung drin hatte. ;)

Das Spiels selbst kommt in 3 Sprachen daher – Deutsch (von mir offiziell übersetzt – nachdem ich das Spiel durchgespielt hatte, fand ich es so genial, dass ich ich den Autor kontaktiert habe und so die dazu notwendigen Ressourcen bekam), Englisch oder Russisch – welche am Anfang ausgewählt werden kann.
Die Steuerung ist einfach und zweckmäßig.
Menus: Mit Enter werden die Sprachauswahl, der Schwierigkeitsgrad und Checkpoints bestätigt, das Spiel gestartet und Zwischensequenzen und Dialoge übersprungen, Pfeiltasten HOCH und RUNTER bzw. A und D lassen euch Schwierigkeitsgrad, Sprache und Checkpoint auswählen. F4 schaltet in den Vollbild Modus um bzw. beendet diesen, ESC beendet das Spiel (nach einer zusätzlichen Sicherheitsabfrage).
Ingame: Positiv hervorzuheben ist, dass hier sogar an Linkshänder gedacht wurde:
“Rechtshändersteuerung” (in Klammern die “Linkshändersteuerung”):
LINKE und RECHTE Pfeiltaste (A und D) – Bewegen | Pfeiltaste HOCH (W)– Springen | STRG – Radiowellen aussenden | LEER – Bombe abwerfen. (Achtung, einige Fähigkeiten erwirbt man erst im laufe des Spiels).
Für Menschen, die lieber mit Controller spielen, habe ich ein Game Profil anhand des X360 Controllers für die letzte freie Xpadder Version erstellt (einfach aufs Bild klicken):
Das dazugehörige Bild des Controllers bekommt ihr hier und die Anordnung der Knöpfe hier.Beachtet bitte, dass durch die Doppelbelegung von Pfeil HOCH/W und für Auswahl im Menu und Springen im Game, am Anfang bei der Auswahl des Schwierigkeitsgrads und nach dem Ableben bei der Checkpoint Auswahl mit A hochgegangen wird. Dies wurde gemacht, damit man nicht beim HOCH drücken aus Versehen zusätzlich die Sprungtaste betätigt, was einen schnell den Tot einbringen könnte.
Da ihr aber in den Menus eher runter geht, sollte das kein Problem darstellen. ;)
Wenn ihr jetzt noch nicht heiß auf das Spiel geworden seit, dann ist euch nicht zu helfen. Naja, oder vielleicht tut es ja das Video:
(Achtung, enthält kleinere Spoiler, die man aber nicht versteht ;D)

Aufgrund von dauerhaften akutem Zeitmangel habe ich noch keine weiteren Games dieses talentierten Indie Devs spielen können, geschweige denn die Zeit gehabt, weitere zu übersetzen, ich schlage euch trotzdem vor, seine Seite mit einem Besuch zu beehren und vielleicht das eine oder andere Game von ihm auszuprobieren!
Klickt dazu einfach auf das folgende Banner:
 Weiterhin würde ich mich natürlich auch über jedes Feedback  zu diesem Game freuen. Oder über weitere Titel, die ihr für „übersetzens wert“ haltet. Klar, auch And Then There Were None hat nicht sonderlich viel Text, aber es ist doch nun mal für viele weitaus angenehmer, ein Spiel komplett in seiner Muttersprache erleben zu können.
Zuletzt noch ein paar Informationen:
Engine: GameMaker 8.1 Standard (Lizenz) + SuperSoundSystem3.dll
Genre: Platformer, Adventure
Erste Veröffentlichung: 05.03.2012 (Full)
Lizenz: Freeware
Durchschnittliche Zeit für einen Spiel Durchlauf: ~ 15-40 Minuten (auf den einfachen Schwierigkeitsgraden)
Anzahl der Spieler: Einer
Sprachen: Deutsch, Englisch, RussischAutomatische Speicherung: Das Spiel speichert alle erreichten Speicherpunkte („Rücksetzpunkte“), während eines Spieldurchganges (also, solange das Spiel nicht geschlossen wurde) und erlaubt es jederzeit vorherige wieder aufzurufen.
(Davon ausgeschlossen ist der Hardcore Modus)
5 Schwierigkeitsgrade : Grundschule (8 Herzen), Leicht (5 Herzen), Normal ( 3 Herzen), Schwer ( 1 Herz), Hardcore ( 1 Herz und keinerlei Rücksetzpunkte, einzige Möglichkeit das dritte Ende zu sehen)
3 mögliche Enden

Download direkt von der Herstellerwebsite |
als Mirror aus meiner Box
Fazit: 


Wer Bock auf einen erfrischend anderen Platformer hat, abseits von großen Namen und Knutschibunti Welten, mit Einflüssen von Metroidvania und anderen Adventures, sowie einer klasse Story, sollte sich die 8,7 MB große Datei runter laden und eine Stunde seiner Zeit opfern. Ihr werdet es nicht bereuen!
Blog Top Liste - by TopBlogs.de