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Audiostreams auf mehreren Ausgängen ausgeben mit Virtual Audio Cable

Da mein zweiter, versprochener Artikel zu Path of Exile noch nicht fertig ist, ich aber nicht immer so große (zeitliche) Sprünge zwischen den einzelnen Blogbeiträgen haben möchte, dachte ich mir, stelle ich euch heute noch ein weiteres Programm vor, welches den Windows internen Funktionsumfang der Soundausgabe erweitert. Der XPadder Artikel kam ja relativ gut an, zwar wie immer nicht hinsichtlich der Kommentare, die mir noch allgemein fehlen, aber in Hinblick auf die Klicks auf den Artikel und den Download Zahlen des hilfreichen Programms von meinen Mirror.

Heute möchte ich euch das Windows Programm Virtual Audio Cable ans Herz legen (es ist so toll, es hat sogar ein Wikipedia Artikel! :D). Ich habe zwar auf einen anderen Blog bereits als Gastartikel über dieses durchaus nützliche Programm berichtet, doch ist die Funktionsweise und der -umfang dieses kleinen Tools so genial, dass ich es euch auch hier nicht vorenthalten möchte, vor allem, weil es auch bei den selbstgeschriebenen Engines von Indie Titeln selten eine anständige Ausgabenverwaltung für den Sound gibt. Stellt euch diesen Artikel also Quasi als absolute Edition vor, mit Ergänzungen und Tipps. ;)

VAC LogoDas Programmset von Virtual Audio Cable (zukünftig VAC, um wie immer unnötige zusätzliche Schreibarbeit zu umgeben) – während des Schreibens dieser Zeilen in Version 4.12 vorliegen – erlaubt es Audio Streams zwischen verschiedenen Anwendungen oder sogar Geräten zu teilen. Windows XP bot noch die Möglichkeit Sounds über mehrere Ausgabemedien zu teilen, doch mit Anwachsen der verschiedenen Digitale Rechtemanagement (DRM)-Bemühungen seitens verschiedener Firmen und Vereinigungen, wurde es in den zukünftigen Windows wieder entfernt, zur “Verhinderung von Urheberrechtsverstößen und der Umgehung von DRM geschütztem Material”.

Natürlich ist das Quatsch und nicht jeder will eine Kopie eine Streams oder Ähnliches erstellen, wenn er die Funktion nutzen möchte.
Es gibt zahlreiche Anwendungsbeispiele, die mit Hilfe dieser Funktion erheblich aufgewertet werden. Möchte man ein normales Video mit Sound an seinem Monitor und zudem noch via HDMI auf einem Fernseher ausgeben, kann man im Normalfall entweder die Lautsprecher des Rechners mit Hilfe der (internen) Soundkarte ansprechen oder die Soundausgabe via HDMI über den Fernseher (bzw. AVR + Anlage) laufen lassen, da das Standardgerät unter Wiedergabegeräte entweder die Lautsprecher oder der HDMI Output sein können.

Doch hier tritt VAC auf den Plan und bietet unter Windows eine angenehme Möglichkeit die Einschränkungen von Windows Vista, 7 (und wahrscheinlich auch 8) zu umgehen.
Es klont dabei einen Audio Stream in Echtzeit. Dieser Audio Stream kann bequem auf verschiedene Ausgabegeräte oder Anwendungen umgeleitet werden. Somit besteht dadurch auch die Möglichkeit eine Aufnahmespur einzeln zu verwalten, selbst wenn Programme normalerweise nicht dazu in der Lage sind.

Audio Repeater

VAC ist in der Lage virtuelle Audiogeräte zu erzeugen, die den gleichen Funktionsumfang bieten, wie die normale, real vorhandene Hardware. Eine “virtuelle Soundkarte” sozusagen.
Ähnliche Funktionalität ist vielen sicherlich bereits durch Deamon Tools und Co. und ihren virtuellen Laufwerke bekannt.

Anders aber als traditionelle Audio-Geräte oder Soundkarten erhält und speist VAC sich nicht durch elektrische Kabel, welche an die Geräte angeschlossen sind, vielmehr können komplette Anwendungen so eingestellt werden, dass sie ihren gesamten Output über das „virtuellen Kabel“ von VAC leiten.

VAC Skizze

Alle Übertragungen finden dabei natürlich vollständig digital statt (bitperfect Streaming), somit muss man sich keine Gedanken machen, über eventuellen Verlust der Klangqualität.
Wenn mehr als eine Anwendung Audio sendet, mischt Virtual Audio Cable alle Ströme zusammen und wenn gewünscht, kann VAC natürlich auch die gleichen Audio-Daten auf alle mögliche Ziele ausgeben. Dafür bedient es sich dem beigelegten Audio Repeater.

Als Wave out werden dazu eure Soundkarten ausgewählt und Wave in die zuvor erstellte virtuelle Soundkarte(n) und schon könnt ihr den gleichen Soundstream über mehrere Quellen ausgeben.

VAC + Audio Repeater

Ich nutze es häufig, um ein (Indie-)Spiel auf meinem Monitor mit Kopfhörern oder den Lautsprechern zu zocken und meine Kumpels können mir dann trotzdem über den Fernseher zuschauen und bekommen von da noch zusätzlich Sound.
VAC kann man so auch nutzen, um einen Sound-Stream von einer Anwendung, die es normalerweise nicht zulässt, zu erfassen und dann bspw. als WAVE Datei auf der Festplatte zu speichern. Bedenkt dabei aber immer, dass es sein könnte, dass ihr damit gegen geltende Gesetze verstoßt, wenn ihr bewusst ein kopiergeschütztes Medium damit aufnehmt.
Natürlich ist es auch möglich die Anrufe und Gespräche bei Voice Over IP (VoIP) und/oder Internet-Telefonie Anwendungen wie Skype mithilfe von VAC aufzuzeichnen.
Wie man sieht, umfangreiche Möglichkeiten, was mich auch dazu geführt hat, VAC vorzustellen.

Leider ist es in VAC 4.12 nicht möglich die Einstellungen dauerhaft zu speichern, dh. man muss bei jeden Neustart die Einstellungen erneut vornehmen. Auch ist es leider somit auch nicht möglich, verschiedene Configs abzuspeichern, um bei anderen Anwendungsfällen als meinen Beispiel mit einen Klick umzuswitchen.

Bei der persönlichen Nachfrage beim Autor bekam ich folgende Antwort (fettgedruck = ich):

“[...]
> Is there any support planed for settings saving in the Audio repeater part of VAC?

Of course, this feature will be added but I plan to add it to an universal version that will support different audio interfaces and
multiple workers to avoid running multiple instances at the same time.
But I don’t exactly know how soon it would be ready.

> It would be great to have a way to save separate configs for different events.

It can be easily made using command line options.

Regards,
Eugene”

Wie also bereits vermutet, wird dieses Feature zwar noch Einzug in die Software finden, aber wahrscheinlich nicht mehr in den 4.xer Zweig (der auch bereits seit April letzten Jahres keine neue Version gesehen hat, aber warum auch, wenn soweit alles fehlerfrei läuft?) und derzeit wird ein Aufruf via Kommandozeileninterface bspw. durch Batch Dateien empfohlen, wenn man bestimmte Einstellungen immer wieder ansteuern möchte.

Daher habe ich mich mal damit beschäftigt, wie eine solche Bat bei meinem Konfig auszusehen hätte (in der Anleitung unter >Audio Repeater Application< ausführlich erklärt. Anleitung ist weiter unten verlinkt):

Start /min “VAC1″ “C:\Program Files\Virtual Audio Cable\audiorepeater.exe” /Input:”Line 1 (Virtual Audio Cable)” /Output:”Lautsprecher (High Definition A” /SamplingRate:48000 /BitsPerSample:16 /Channels:2 /ChanCfg:”Stereo” /WindowName:VAC1 /BufferMs:400 /Buffers:12 /Priority:normal /AutoStart
Start /min “VAC2″ “C:\Program Files\Virtual Audio Cable\audiorepeater.exe” /Input:”Line 1 (Virtual Audio Cable)” /Output:”AMD HDMI Output (AMD High Defin” /SamplingRate:48000 /BitsPerSample:16 /Channels:2 /ChanCfg:”Stereo” /WindowName:VAC2 /BufferMs:400 /Buffers:12 /Priority:normal /AutoStart

Dieser Befehl startet VAC zweimal im Hintergrund minimiert (/min) und mit allen dazugehörigen Einstellungen.
Probiert es einfach aus, indem ihr eine txt Datei erstellt, mit den oben verlinkten Inhalt füllt und nach euren Gegebenheiten anpasst und bei der *.txt Datei einfach die Dateiendung auf *.bat ändert.
Natürlich könnt ihr es auch einfach haben und die bat Datei – wie alles, was ich auf meiner Seite mache – auch einfach herunterladen und dann euren Bedürfnissen anpassen.

Audio Mixer

Mehr zu den Funktionen könnt ihr der überaus detaillierten Anleitung in Englisch entnehmen, die der kostenlosen Testversion beiliegt (oder in meiner Box auch einzeln zu finden ist).
Das Programm selbst kann auf der Herstellerwebsite bezogen werden, oder wie immer als Mirror bei mir (Version 4.12).
Es existieren Programmversionen für 32Bit, sowie 64Bit OSes. Als ich den Autor kontaktiert hatte, war neben den oben aufgeführten Themen auch ein Angebot von mir, ob er nicht interesse an einer deutschen Übersetzung seines Programms hätte. Allerdings ist sein Problem, dass er absolut kein Deutsch kann und daher nicht

Die Testversion hat die Einschränkung, dass nur maximal drei Virtuelle Audiogeräte erzeugt werden können (was vollkommen reichen sollte) und das alle paar Sekunden eine nette Frau ein leichtes „Trial“ über die Boxen haucht (was leicht nerven kann, doch zum vorherigen Ausprobieren, sollte es reichen).

Die Vollversion kann für 19.38€ bis 38.50€ erworben werden, wenn die Trial Erinnerung aufhören soll oder man die Funktion bis zu 256 virtuelle Audiogeräte erstellen zu können, unbedingt benötigt. Faire Preise, wie ich finde und dass der Entwickler auch durchaus gewillt ist, Nachlässe zu vergeben (bspw. für Kunden aus Russland, Vorversionen Besitzer und mehr) macht ihn gleich noch eine Ecke sympathischer! Ich bin übrigens auch rechtmäßiger Besitzer einer Lizenz (ich teste bzw. kaufe Sachen, bevor ich sie vorstelle) und kann es daher nur empfehlen. :)

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